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Prickmaschine  (Priquemaschine)

Prickwerkzeuge dienen dem Kennzeichnen der Lochabstände für die unterschiedlichen Sattlernähte. Je stärker das Leder, umso kräftiger der Nähfaden und entsprechend größer die Lochabstände. Die Abstände werden traditionell in englischem Zoll (Inch) definiert und  mit nummerisch ansteigender Prickzahl bezeichnet. Diese bedeutet die Anzahl der Stiche pro Zoll (2,54 cm). Wird zum Beispiel eine Trense mit einem 8-er oder 10-er Prick genäht, so sind auf einer Länge vom 2,54 cm 8 beziehungsweise 10 Stiche gekennzeichnet. Also sind je höher die Prickzahl, die Anzahl der Stiche höher und damit der Lochabstand kürzer. Je dicker das Leder, desto länger der Lochabstand und umso kleiner die Prickzahl. Im Reitsport sind 6, 8, 10 und 12-er Prick am gebräuchlichsten. Bei Täschnern können für Kleinlederteile auch höhere Prickzahlen Anwendung finden. 4-er Prick ist bei kräftigen Ledern, wie zum Beispiel im Fahrsport (Bereich Kutschen) und bei technischen Lederteilen durchaus üblich. Die Prickmaschine (Kappey Art.Nr. 1209) markiert die unterschiedlichen Lochabstände mit Hilfe von links geschliffenen Markiertungsrändchen, die an einem Führungsstab auswechselbar montiert sind. Am oberen Ende des Führungsstabes ist eine aufschraubare Messingkugel befestigt, die die gerade nicht benötigten Rädchen aufnimmt. Beim Markieren wird die Prickmaschine mit Druck der Schulter auf  die Kugel entlang eines Nahtstriches geführt. Dieser Nahtstrich wird vorher mit einem Stahlzirkel entlang der Lederkante gezogen. Damit die Zirkelspitzen den Narben des Leders nicht einreißen, werden dessen Spitzen vor dem ersten Gebrauch rundlich geschliffen. Die Prickmachine (Kappey Art.Nr. 1210) hat eine verstellbare Seitenführung. Dadurch wird das vorherige Nahtanzeichnen überflüssig.

Die Prickrädchen markieren jedoch nicht nur die Lochabstände, sondern geben auch den richtigen Wickel des Stiches vor. Die Stiche bei stärkeren Ledern laufen nicht hintereinander, sondern sind links verschränkt. Dadurch wird bei gleicher Stichzahl, die Fläche, auf der der Nähfäden auf liegt erhöht und die Naht haltbarer. Höhere Stichzahl erhöht die Bindung, erhöht aber auch das Risko, das sich der Faden ins Leder zieht und es dadurch dort reißt.

Schlagprick (Schlagprique)

Im Gegensatz zur Prickmachine, gibt der Prick beim Schlagprick (Kappey Art.Nr. 3.702) der Ahle nicht nur Abstand und Führung, sondern macht diese sogar weitgehend überflüssig. Wie es der Begriff Schlagprick schon vermuten lässt, wird dieser ins Leder geschlagen. Dabei können die zu nähenden Lederteile komplett durchgeschlagen werden. Ein zusätzliches Durchstechen mit der Schwertahle wird dadurch überflüssig. Bestenfalls ein Erweitern mit der Rundahle könnte teilweise nötig sein. Damit kann mit einem Schlagprick auch der ungeübte Näher oder Näherin ein schönes Nahtbild erzeugen.

Beim Schlagen des Schlagpricks ist darauf zu achten, das das geeignete Schlagwerkzeug und eine entsprechende Unterlage gewählt wird. Die Unterlage sollte möglichst aus weicherem Kunststoff (Kappey Art.Nr. 605) sein, damit die Zähne nicht zu schnell stumpf werden. Hartholz- oder noch immer gebräuchliche Bleiplatten sind ungeeignet.

Als Schlagwerkzeug sollte keinesfalls ein normaler Schlosser- oder anderer Metallhammer verwendet werden, da diese die Kraft nur unzureichend abgeben können und  es dazu führt, das die Energie im Griff des Schlagpricks endet und dieser mit der Zeit verformt wird. Besser sind Holz-, Rohhaut- (Kappey Art.Nr. 395) oder Kunststoffhämmer. Ideal ist ein rückschlagsfreier Kunsthammer (Kappey Art.Nr. W226.50) mit Nachschlagspotenzial. Der Rückschlag wird durch im Kopf eingeschlossenen Sand verhindert und dadurch die Durchschlagskraft erhöht.
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